Der Persönlichkeitsanteil des Inneren Erwachsenen.

Wie wir als Kind behandelt wurden, so behandeln wir uns ein Leben lang. - Alice Miller


Dieses Zitat von Alice Miller hat mich zutiefst berührt, als ich es zum ersten Mal gelesen habe. Ich persönlich finde, dass sie damit auch genau den Nerv trifft.

Wir haben in uns unterschiedliche Persönlichkeitsanteile, die sich von Geburt an entwickeln. In meinem letzten Blogbeitrag habe ich bereits über den Persönlichkeitsanteil des Inneren Kindes berichtet. Darüber hinaus entwickelt sich außerdem mit der Zeit auch der Persönlichkeitsanteil des Inneren Erwachsenen.


Der Innere Erwachsene ist der denkende und logische Teil in uns, der eher am Tun als am Sein interessiert ist. Er handelt lieber, als dass er etwas erleben möchte. Er ist die Entscheidungsinstanz in Bezug auf unsere Absichten und Handlungen. Es ist immer der Erwachsene, der darüber entscheidet, ob wir uns schützen oder lernen wollen. Je nachdem, wie er sich entscheidet, handelt er liebevoll oder lieblos.


Der lieblose Erwachsene hat in uns die Wahl getroffen, sich vor unangenehmen Gefühlen (Schmerz, Angst, Wut, Traurigkeit, Einsamkeit etc.) zu schützen. Er weigert sich die Verantwortung dafür zu übernehmen.



Er hat sich zu dem entschieden, keine Verantwortung für die Freude des Inneren Kindes zu übernehmen. Für ihn haben Aufgaben, Verpflichtungen, Scham und Schuldgefühlen einen größeren Wert als in Kontakt mit sich selbst zu sein. Der lieblose Erwachsene will also mit den Gefühlen, Bedürfnissen und Wünschen des Inneren Kindes nichts zu tun haben und spaltet damit das Innere Kind ab und lässt es im Stich.

Der lieblose Erwachsene in uns handelt entweder autoritär oder gleichgültig, je nachdem wie der Erziehungsstil unserer Eltern damals war, und setzt somit die Lieblosigkeit unsere Eltern, die wir in unserer Kindheit erfahren haben, fort.


Wenn der liebloser Erwachsene autoritär ist, dann:

  • ist er kritisch, verurteilend, abwertend und kontrollierend

  • belügt das Innere Kind und sagt ihm, es sei falsch, schlecht, nicht liebenswert, dumm, selbstsüchtig oder unwichtig

  • missachtet die Wünsche und Bedürfnisse des Inneren Kindes.

Wenn unser liebloser Erwachsener völlig gleichgültig ist, dann:

  • ist er völlig abwesend und lässt das Kind mit allem allein fertig werden

  • erlaubt dem Kind, sich selbst emotional oder körperlich durch Sucht und Abhängigkeit zu missbrauchen und zu verletzen

  • erlaubt dem Inneren Kind körperliche oder emotionale Gewalt

  • geht nicht auf die Bedürfnisse und Wünsche des inneren Kindes ein, sodass das Innere Kind gezwungen ist, seine Bedürfnisse von anderen befriedigen zu lassen.

Beide Variante geben dem inneren Kind das Gefühl nicht geliebt und verlassen zu sein. Das Kind folgert dadurch, dass es schlecht, falsch, nicht wichtig oder liebenswert zu sein und diese falschen Überzeugungen erzeugen Gefühle von Angst, Scham und Schuld.

Der lieblose Erwachsene ist somit ein Abbild der Lieblosigkeit unserer Eltern, Großeltern, Geschwister, Lehrer oder andere Rollenbilder oder Autoritätspersonen.


Dein innerer Dialog, der die ganze Zeit in deinem Unterbewusstsein abläuft, ähnelt demnach den Worten, die du in deiner Kindheit von deinen Vorbildern gehört hast. Denn unsere Eltern haben uns oft aus der Rolle ihres eigenen verletzte Kindes und lieblosen Erwachsenen heraus betreut.


Der liebevolle Erwachsene, der von und mit dem Inneren Kind lernen möchte, ist der dynamische, mutige und engagierte Persönlichkeitsanteil in uns. Er bemüht sich, das innere Kind kennenzulernen, zu lieben, zu unterstützen und in Kontakt mit ihm zu sein. Der liebevolle Erwachsene in uns bringt den Mut auf, in unser Inneres zu schauen, uns mit uns selbst zu konfrontieren. Dies ist der positive Elternteil in uns, der alte Kindheitserfahrungen heilen und alte Glaubenssätze durch neue ersetzten kann. Er kann aktiv die Wünsche, Bedürfnisse, Sehnsüchte und kreativen Ideen des Kindes realisieren.


Wenn der liebevolle Erwachsene und das Innere Kind gut zusammenarbeiten, sind wir mit uns selbst im Einklang. Der liebevolle Erwachsene zwingt dem Inneren Kind nichts auf, aber er versteht es, dem Kind Grenzen zu setzen. Das Innere Kind möchte vielleicht den ganzen Tag Süßigkeiten naschen, aber der liebevolle Erwachsene weigert sich entsprechend diesem Bedürfnis zu handeln, stattdessen fragt der liebevolle Erwachsene das Kind, warum es diesen Wunsch hat und warum es sich so leer fühlt, damit es sich mit Süßigkeiten füllen muss.


Der liebevolle Erwachsene macht dem Kind keine Vorwürfe, weil es bestimmte Gefühle oder Bedürfnisse hat. Er weiß, dass das innere Kind immer wichtige Gründe für seine Gefühle hat und handelt in der Absicht, diese Gefühle kennenzulernen. Der liebevolle Erwachsene ist außerdem dem Inneren Kind über nicht so nachgiebig, dass ihm erlaubt, anderen Gegenüber lieblos zu verhalten.


Beispiel: Das Innere Kind ist auf jemanden wütend. Der liebevolle Erwachsene nimmt die Wut des Inneren Kindes wahr und hilft dem Inneren Kind, dieses Gefühl in angemessener Weise auszudrücken. Er erlaubt aber dem Kind nicht, seine Wut in der Form auszulassen, die manipulativ oder verletzend ist.

Der liebevolle Erwachsene ist demnach ein Lehrer und heilt das kindliche System der falschen Überzeugungen, in dem es dem Kind die Wahrheit sagt. Der liebevolle Erwachsene ist eine mächtige und kompetente Persönlichkeit, der die Fähigkeit hat, die Träume des Kindes zu verwirklichen.

Das wichtigste, was wir für uns tun können, ist uns bewusst zu machen, wie lieblos wir mit uns umgehen und was es bedeutet, ein liebevoller Erwachsene für unser Inneres Kind zu werden. Denn wenn wir unser inneres Kind lieblos behandeln, werden wir abhängig von Dingen, Menschen oder Handlungen. Wir werden ängstlich, depressiv, leiden unter Schmerzen, innere Leere, Bedürftigkeit, geringe Selbstachtung und das unerträgliche Gefühl des Alleinseins.


Wenn wir unser Inneres Kind liebevoll behandeln, schaffen wir die innere Verbindung, die die Leere in uns füllt, und wir müssen diese Leere nicht von außen durch Sucht oder Anhängigkeit vollstopfen. Je mehr wir lernen, unser Inneres Kind liebevoll zu behandeln, desto tragfähiger und sicher wird die innere Verbindung. Das bringt uns Frieden, Freude, Kraft und Ganzheit und schützt uns davor, uns aufzugeben, um von anderen geliebt zu werden.

Damit wir also ein Gefühl und Verständnis entwickeln können, wie wir unser Inneres Kind behandeln, ist es wichtig, diesen lieblosen Erwachsenen kennenzulernen. Dafür findest du auf meinem Telegramkanal eine entsprechende Meditation und wenn du dich zum Newsletter anmeldest, dann bekommt ihr auch das entsprechende Workbook zu diesem Thema.


Ich wünsche euch viel Spaß und wertvolle Erkenntnisse beim Kennenlernen des lieblosen Erwachsenen.


Alles Liebe,

Deine Dijana


Meditation: Erforsche deinen lieblosen Erwachsenen



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